Manche Eltern möchten ihren Kindern die eigene berufliche Laufbahn ersparen. Es sind meistens die, die ihn am besten kennen. Matthias Reim hat es bei Marie und Julian versucht, aber er war nicht erfolgreich. Beide ließen sich nicht aufhalten. „Es war ja nicht möglich, ihnen das auszureden“, sagt Reim. Er bestand also wenigstens auf einem Abschluss. Nach dem Abitur, das beide ablegten, sollte ein Studium folgen. Das resultierte in einem Praktikum im Studio. „Klingt ja fast gleich“, sagt Reim trocken.
Marie Reim, geboren im Jahr 2000, produziert heute ihre eigene Musik. Julian, der vier Jahre älter als seine Halbschwester ist, ebenfalls. Der Vater arbeitet enger mit ihm zusammen. „Beides sind kreative Persönlichkeiten. Marie geht ihren Weg mit vollem Elan. Natürlich kommuniziere ich mehr mit Julian." Ursache dafür ist die gemeinsame Reise mit seinem Sohn. Er erklärt gleichzeitig, weshalb er skeptisch war. Nicht, weil er den Kindern nichts zutraut, sondern weil er sich der Herausforderung bewusst ist, der sie sich stellen. „Aber wenn jemand das will, kannst du ihn nicht aufhalten. Der Weg ist steinig und ein Ziel erreicht man nie."
Marie Reim kennt aus eigener Erfahrung, was das Geschäft für die Familie bedeutet. Stefan Mross stellte ihr bei „Immer wieder sonntags“ die Frage, wie die Kindheit mit zwei tourenden Eltern aussehe. „Ja, sie waren oft unterwegs, und ich war auch öfter mal allein. Ich habe die beiden sehr vermisst“, sagte sie über Matthias Reim und Michelle.