Was macht sie/er eigentlich? Texte über Stars finden sich sehr häufig. Bei einer echten Schlager-Legende, die in diesem Jahr 70 wird, kann man diese Frage allerdings nur vage beantworten. Es handelt sich um Juliane Werding. Sie wurde mit nachdenklichen Hymnen wie „Am Tag, als Conny Kramer starb“, „Stimmen im Wind“ und „Nacht voll Schatten“ zu einem der größten Schlager-Stars der 1970er und 1980er Jahre.
2008 brachte sie ihr letztes Studioalbum „Ruhe vor dem Sturm“ heraus. Der titelgebende Sturm blieb jedoch aus, stattdessen trat die Ruhe ein. Juliane Werding zog sich aus dem Rampenlicht zurück und widmete sich einem anderen Beruf, einer anderen Berufung. Sie begann, in Starnberg als Heilpraktikerin in einer Gemeinschaftspraxis zu arbeiten.
Auch heute, knapp 20 Jahren nach ihrem Rückzug aus dem Musikgeschäft, hat sie eine treue Fangemeinde. Auf Facebook tauschen rund 2.000 Mitgliedern eifrig Musik Erinnerungen an sie aus. Auch dort war man alarmiert, als es 2024 ein Mini-Lebenszeichen von Juliane Werding gab. Es gelang ihr tatsächlich, sich zu motivieren, um ein Grußwort für eine CD mit altem Material zu schreiben. In der Facebook-Gruppe wird gelegentlich auch erörtert, ob Juliane Werding noch als Heilpraktikerin tätig ist. Jedenfalls gibt es dazu im Internet keine offiziellen Informationen.
Bei ihrem Einstieg ins Berufsleben als Heilpraktikerin im Jahr 2009 äußerte sie sich auch zur Frage, ob sie wirklich nie wieder Musik machen würde: „Man soll ja nie nie sagen“, lächelte sie damals, „wer sich einmal mit dem Virus Musicus infiziert hat, ist nicht zu heilen.“ Obwohl sie die Musik weiterhin in ihrem Herzen trägt, konnte sie dem verlockenden Ruf eines Schlager-Comebacks seit etwa 17 Jahren widerstehen. Und sie verzichtete ebenso auf große öffentliche Auftritte. Es dürfte an Angeboten nicht gefehlt haben.